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Einschleusen von transgenen Tieren aus externen experimentellen Haltungen in Barrierenbereiche
Seit längerer Zeit kann der experimentelle Bedarf an Versuchstieren nicht mehr alleine durch Tiere aus wenigen Zuchtkolonien mit gut bekanntem Hygienestatus gedeckt werden. Insbesondere transgene Tiere sind in der Regel nicht von solchen Zuchtkolonien erhältlich. Im Regelfall werden einzelne Zuchttiere bezogen und für den eigenen Bedarf gezüchtet. In der Mehrzahl der Fälle ist eine Sanierung dieser Tiere notwendig, um ein von ihnen ausgehendes Infektionsrisiko möglichst auszuschliessen und trotzdem die sinnvolle Haltung in Barrierebereichen zu ermöglichen. Auch in-vitro Fertilisation kann einen Beitrag zur Reduzierung des Infektionsrisikos leisten.
Die Verwendung von keimfreien bzw. keimassoziierten (gnotobiotischen) Ammen zur Sanierung infizierter Stämme hat den Vorteil, dass hier im Gegensatz zu "SPF"'-Ammen möglicherweise übertragene Erreger besser nachweisbar sind. Abhängig von der mikrobiologischen Qualität der gelieferten Tiere (oder Embryonen) sind unterschiedliche Prozeduren beim Einschleusen sinnvoll.
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A. Embryonen
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Von tiefgefrorenen Embryonen geht in der Regel nur ein geringes Infektionsrisiko aus.
- Wenn der mikrobiologische Status der Embryonen durch ein Gesundheitszeugnis der Herkunftsinstitution (z. B. bei Beschaffung von kommerziellen Züchtern) bekannt und unbedenklich ist, können Embryonen direkt in Barrieren eingeschleust und hier pseudoträchtigen Ammen implantiert werden.
- Wenn Informationen über die mikrobiologische Qualität von Embryonen nicht erhältlich sind, werden die mehrmals gewaschenen Embryonen pseudoträchtigen Ammen implantiert, die in Überdruckisolatoren gehalten werden. In demselben Käfig werden Sentineltiere gehalten, die zusammen mit den Ammen nach dem Absetzen der Jungtiere mikrobiologisch untersucht werden (mindestens 3 Tiere). Bei geeigneter mikrobiologischer Qualität können die Jungtiere nach Abschluss der Untersuchung eingeschleust werden.
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B. Gnotobiotische Tiere (keimfrei, keimassoziiert)
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Mäuse und Ratten mit einer definierten Flora (z. B. keimfreie Tiere nach Sanierung mittels Embryotransfer oder Hysterektomie, evtl. nach anschliessender Assoziierung mit einer definierten Keimflora) gelten als hygienisch unbedenklich.
Voraussetzung für Einschleusen:
- Angaben der Herkunftsinstitition zum Keimstatus (Haltungsbedingungen, Details zu durchgeführten Untersuchungen wie Häufigkeit, Tierzahl, Art der Untersuchungen, etc.). Bei assoziierten Tieren Angaben zu Art(en) der für die Assoziierung verwendeten Mikroorganismen.
- Es ist ratsam, durch eigene Untersuchungen (mindestens 2 Tiere) die Angaben der Herkunftsinstitution zu überprüfen. In diesem Fall sollten gelieferte Tiere bis zum Abschluss der Untersuchungen im Überdruckisolator gehalten werden.
- Bei geeigneter Qualität können die Tiere danach in Barrierenbereiche eingeschleust werden.
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C. Tiere mit nicht definierter Keimflora
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| Bei allen Tieren mit nicht definierter Keimflora (konventionelle Haltung, Barrierenhaltung), die aus Kolonien mit nicht ausreichend bekanntem mikrobiologischem Status kommen, ist von einem deutlichen Risiko der Erregereinschleppung auszugehen. Dies gilt auch für ' SPF'- Tiere, die nicht von sorgfältig ausgewählten und regelmässig überwachten Zuchtkolonien stammen. Diese Tiere sollten grundsätzlich als infektionsverdächtig angesehen und deshalb nur nach vorheriger Sanierung in Barrierenbereiche eingeschleust werden.
Rechtzeitig vor der Sanierung:
- Rechtzeitig vor der Beschaffung der Tiere beantragt der Experimentator einen Überdruckisolator mit Tieren, die als Ammen verwendet werden können.
Eine Sanierung sollte mittels Embryotransfer erfolgen. Es ist davon auszugehen, dass das Risiko der Erregerverschleppung bei Embryotransfer geringer ist als bei Sanierung mittels Hysterektomie (keine postimplantatorische Erregerübertragung). Neben dem 'klassischen' Embryotransfer ist auch die Implantation von Embryonen, die einer in vitro-Fertilisation entstammen, möglich.
Embryotransfer
- Die gelieferten Zuchttiere werden bis zur Entnahme der Eizellen (Embryotransfer) isoliert gehalten (Unterdruckisolator, Mikroisolator).
- Die entnommenen und mehrmals gewaschenen Eizellen bzw. Embryonen werden pseudoträchtigen Ammen (Haltung im Überdruckisolator) implantiert. In demselben Isolator werden Sentineltiere gehalten, die zusammen mit der Amme nach dem Absetzen der Jungtiere mikrobiologisch untersucht werden (mindestens 3 Tiere).
- Bei geeigneter mikrobiologischer Qualität können die Jungtiere nach Abschluss der Untersuchung in Barrierenbereiche eingeschleust werden.
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Literatur:
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Embryo handling guidelines for laboratory rodents and rabbits used for the purpose of embryo cryostorage or import-export. IETS External Review - revised 1/94, International Embryo Transfer Society (IETS/Universty of California, Irvine, CA)
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